Sterbehospiz 

10 Jahre Verein Sterbehospiz Solothurn

Anlässlich der Mitgliederversammlung im Juni 2026 konnte der ­Verein Sterbehospiz Solothurn auf sein 10-jähriges Bestehen zurückblicken. Der Verein wurde im Sommer 2016 von vier engagierten Menschen ­gegründet. Sechs Jahre dauerte es dann, bis die Vision der Gründerinnen und Gründer Wirklichkeit ­wurde und das Hospiz Solothurn im Mai 2022 in Derendingen eröffnet werden konnte.

Dr. med. Bruno Greusing, Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied und Lena Dick, ehemalige Projektleiterin und aktuelle ­Vizepräsidentin, gaben einen Einblick in die letzten 10 Vereinsjahre und berichteten von den Freuden und Herausforderungen auf dem Weg zur Realisierung des ersten Hospizes im Kanton Solothurn wie etwa dem Finden einer Liegenschaft, der ­Beschaffung der notwendigen Finanzen oder den Vorbehalten den ­Themen Tod und Sterben gegenüber. Der Weg von der Gründung des Vereins bis zur Erteilung der Betriebsbewilligung für das Hospiz im April 2022 war lang, schlussendlich aber eine Erfolgsgeschichte. Viele Menschen haben geholfen, diese Geschichte zu schreiben. Heute besteht der Verein aus rund 480 Mitgliedern.

Seit der Eröffnung sind im Hospiz Solothurn mehr als 200 Menschen betreut und begleitet worden, von auf Palliativ Care spezialisierten Pflegefachpersonen, gemeinsam mit einem multiprofessionellen Team, bestehend aus Ärzten, Spiritual Care und Seelsorge. Unterstützt wird das Team durch vielseitig einsetzbare freiwillige Mitarbeitende. Die ­Patientinnen und Patienten erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse angepasste Pflege, in welcher auch alternative Methoden wie z. B. Aromatherapie ihren Platz finden. Das Hospiz befindet sich in einem ehemaligen Pfarrhaus und ist umgeben von einem wunderbaren Naturgarten. Es soll ein letztes Zuhause für unsere Patientinnen und Patienten sein. Dort sind es oft kleine Dinge, die noch viel Freude bereiten. Ein Patient beispielsweise schwärmte von den feinen «Gnagi», die es an der HESO jeweils zu kaufen gibt. Wenn er so eines doch noch einmal essen könnte. Es war gerade HESO-Zeit. Also fuhr eine Mitarbeiterin nach Solothurn und besorgte ein Gnagi. Der Patient freute sich und genoss sein letztes Gnagi sehr.

Angehörige und nahestehende Personen der Patientinnen und Patienten sind im Hospiz zu jeder Tages- und Nachtzeit willkommen. Sie werden im Trauerprozess begleitet und haben auch nach dem Tod ihrer Liebsten die Möglichkeit, sich bei Treffen im ­Hospiz auszutauschen. Die ­Angehörigen schätzen dies, ihre Rückmeldungen sind sehr positiv. «Meine Frau hat zwei Stunden nach Ankunft im Hospiz gesagt: Das ist ja wie ein Sechser im Lotto! Und sie ist bis am Ende dabeigeblieben. Sie fühlte sich gut aufgehoben. Die «Würde» steht nicht nur drauf, sie ist auch drin.»

Im Sommer 2025 wurde das Hospiz Solothurn für den Sozialpreis des Kantons Solothurn nominiert, «für die Pionierarbeit seines lückenfüllenden Angebots sowie das Durchhaltevermögen und Engagement des Vereins». Anlässlich der Verleihung des Preises im Herbst wurde das ­Hospiz dann mit dem Publikumspreis ­geehrt. Diese Anerkennung zeigt, welche Bedeutung und Wertschätzung das Hospiz in kurzer Zeit erlangen konnte und auch, wie sehr es sich lohnt, neue Ideen zu entwickeln und diese mit viel Energie und Ausdauer umzusetzen.

Das Hospiz hat sich als wichtige ­Institution etabliert und schliesst eine Lücke im Angebot der spezialisierten Palliative Care. Unheilbar kranke, sterbende Menschen und ihre Angehörigen werden durch den Rahmen, den das Hospiz schafft, ­entlastet und fürsorglich bis zum Ende begleitet.

Dies ist nur möglich durch das grosse Engagement vieler Menschen, ­welche im und für das Hospiz arbeiten oder den Verein ideell und finanziell unterstützen. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank.

Heidi Zumbrunnen Präsidentin Verein Sterbehospiz Solothurn 

Weitere Informationen
www.sterbehospiz-solothurn.ch

Hospiz Solothurn mit Naturgarten, 2025 von Pro Natura mit zwei Schmetterlingen zertifiziert,
Bild: Andrea Bürgi, Geschäftsleiterin Hospiz Solothurn