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«Mensch Läppli» – wie er leibt und lebt

Die ältere Generation kennt ihn noch: Alfred Rassers HD Soldat Theophil Läppli, den herzensguten und etwas tollpatschigen Aktivdienst-Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. In der Adaption der Figur durch seine Tochter Sabina Rasser wird Läppli mit seinem Freund Mislin auf die Erde ins Heute, ins digitale Zeitalter geschickt. Und hier vermag der liebenswürdige Kauz erneut zu begeistern. Alt und Jung, generationenübergreifend in Sympathie für den Alltagshelden vereint, zollen Läppli weiterhin Respekt und Zuneigung. Das Motiv des einfachen Bürgers, der sich nicht von Autoritäten beeindrucken lässt und sich mit Humor und schlauem Schalk starrsinniger Bürokratie widersetzt, überzeugt auch oder gerade heute. Das Bühnenstück mit hochkarätiger Schweizer Theater- und Musical-Besetzung fängt den Charakter sowohl des «alten» wie des «neuen» Läppli stimmig ein und lässt ihn auch im aktuellen Zeitgeist sich selber bleiben. So verwundert es nicht, dass Läppli Cookies für essbar hält und die stete Notwendigkeit von Passwörtern hinterfragt. Denn vieles mutet nicht nur grotesk an, es ist es auch. Läppli spricht aus, was etliche denken, mit wachem Blick aufs Wesentliche und mit einer gehörigen Portion Weisheit. Mensch Läppli eben.

Fotos: Mario Lo Manto
Text: Regula Jordi