Fasnacht 2026

Fasnacht 2026: Gässli uf Gässli ab!

«Früher war alles anders!» – Ja, durchaus. Heute ist’s wirklich anders als früher. Zum Glück! Denn nur, wer sich ändert und entwickelt, bleibt nicht stehen. Wer sich nicht mehr ­bewegt, ist tot, oder nicht? Das diesjährige Motto der Solothurner Fasnacht lädt ein, sich zu bewegen, sich auf den Weg durch die Gassen der Stadt zu machen und die «fünfte Jahreszeit» aktiv «Gässli uf Gässli ab» zu gestalten. Doch, ist das heute noch «en vogue» oder bereits überholt?

Grafiker Hugo Bossard beobach­tete seine Umgebung und fand, dass auf den Gassen der Stadt die ­Blicke vieler Menschen nur auf deren elektronische Geräte und kaum auf entgegenkommende oder kreuzende Menschen, geschweige denn auf die Umgebung gerichtet ist. Ob das ein alarmierendes Zeichen der Gegenwart, eine Entwicklung zum Guten oder gar die Abbildung des Jenseits sei? «Wir sind doch fast lückenlos mit dem Handy verdrahtet. Ist es im Jenseits auch so? Wir sind ja bereits in der Cloud!»

Gute Fragen, auf die es wohl keine eindeutigen Antworten gibt, ausser Mutmassungen. Machen wir doch das Gedankenexperiment und denken uns alle Generationen, quer durch alle sozialen Schichten und zu jeder Tages- und Nachtzeit in einer virtuellen «Cloud» miteinander verbunden! Cool? Hm, solange wir noch im Hier und Jetzt sind, mag es vielleicht doch besser sein, das wahre, echte Leben zu gestalten – mit allem, was dazu gehört: Orientierung und Halt suchen und finden, Mut machen, Trost und Hoffnung wecken, Spiritualität, Gemeinschaft und Unterstützung leben, Musik und Kultur «in echt» erleben. Darum geht es im Leben und ist seit jeher Aufgabe der Kirche. Auch heute noch.

Das Fasnachtsplakat der Bezirkssynode Solothurn möchte einladen, in den kommenden Tagen die echten Begegnungen zu geniessen, sich im Hier und Jetzt zu verorten und für ein paar Tage die bisweilen absurde Zweidimensionalität elektronischer Geräte und Verbundenheit in irgendwelchen überirdischen Clouds beiseitezulassen.

Das fägt! Ächt! Gässli uf Gässli ab. Hier und jetzt.

Gute Begegnungen an den Fasnachtstagen, erfolgreiche Standortbe­stimmungen und ein fröhliches ­Miteinander!

Im Auftrag der reformierten
Bezirkssynode Solothurn: Dorothea Neubert,
Pfarrerin in Aetingen-Mühledorf


Plakation Fasnacht