Im Fokus 34/26

Adrian Rudolf von Rohr | Leiter Abteilung Katastrophenvorsorge Kanton Solothurn

Als Leiter der Abteilung Katastrophenvor­sorge Kanton Solothurn haben Sie ein ­breites Tätigkeitsfeld. Was sind die Aufgaben der ­Katastrophenvorsorge?

Die Katastrophenvorsorge Kanton Solothurn ist zuständig für die Massnahmenplanung, die Beratung und Unterstützung der Krisen- und Sonderstäbe sowie der Partnerorganisationen. In sämtlichen Belangen des Bevölkerungsschutzes ist die Katastrophenvorsorge die kantonale Ansprech- und Kontaktstelle gegenüber Nachbarkantonen, Bundesstellen sowie zur Armee. Zudem werden die aus kantonaler Sicht kritischen Infrastrukturen erfasst und die Schutzmassnahmen mit den Betreibern koordiniert.

Die diesjährige Trockenheit verbunden mit mehreren Hitzewellen hat seitens des ­Kantons zu etlichen Massnahmen und Verboten für die Bevölkerung geführt. Für welche Art von ­Katastrophen müssen Sie gerüstet sein?

Die Basis für unsere Arbeiten bildet die Gefahren- und Risikoanalyse, welche wir bis Ende Jahr aktualisiert veröffentlichen werden. Es handelt sich dabei um Gefährdungen wie Erdbeben, Pandemie, Blackout, Strommangellage oder ein KKW-Unfall. Die Gefahren- und Risikoanalyse wird 23 Gefährdungen beinhalten.

Im Falle einer Gefahrenlage ist die Zusammenarbeit mit anderen Schutzorganisa­tionen bzw. die Koordination von Informationen wichtig. Wie funktioniert dies konkret?

Wir erstellen für die verschiedenen Gefährdungen angepasste Konzepte, in welchen wir den Einstieg in die Krise und somit die Zusammen­arbeit mit den Partnerorganisationen im Bevölkerungsschutz festhalten. Die Zusammenarbeit im Kantonalen Führungsstab, in welchem die Partnerorganisationen vertreten sind, wird ­anhand von Stabsarbeitstagen und Übungen trainiert.

Mit dem Klimawandel dürften Extremer­eignisse wie Trockenheit, Starkregen mit Überschwemmungen, Stürme etc. weiter ­zunehmen. Was kann der Kanton im Hinblick auf diese Szenarien vorkehren?

Im integralen Risikomanagement geht es ­darum, von der Prävention über die Vorsorge bis zu einem möglichen Einsatz die richtigen Massnahmen zu definieren. In der Prävention werden Gefahrenkarten erstellt, welche einen Einfluss auf die Raumplanung haben können. In der Vor­sorge werden die Notfallpläne erstellt, welche bei einem Ereignis angewendet werden.

Zum Schluss: Was raten Sie der Bevölkerung, damit diese im Falle eines Gefahrenereignisses so gut wie möglich vorbereitet ist?

Das Herunterladen der ALERTSWISS-APP und der MeteoSwiss-App um informiert zu sein sowie einen persönlichen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln im eigenen Haushalt anzulegen.

Zur Person
Adrian Rudolf von Rohr
Leiter Abteilung Katastrophenvorsorge Kanton Solothurn