GLORIA! – Antonio Vivaldi.
Der Chor Les Marmottes Solothurn führt italienische Barockmusik für Chor, zwei Solostimmen und Orchester von Antonio Vivaldi auf.
ANTONIO VIVALDI (1678–1741) gilt als einer der grossen italienischen Barockkomponisten. Sein Einfluss und seine Bewunderer waren in ganz Europa verbreitet. Er war zu seinen Lebzeiten ein Pionier in vielen musikalischen Entwicklungen.
Der CHOR LES MARMOTTES musiziert gemeinsam mit KEIKO ENOMOTO (Sopran) und ISABEL PFEFFERKORN (Alt) und dem GRENZKLANG BAROCKENSEMBLE.
Chor mit neuer Leitung
Der rund 50 Stimmen starke Chor steht seit Oktober 2024 neu unter der musikalischen Leitung von Daniela Brantschen, einer Sängerin und Chorleiterin, die über ein breites musikalisches Repertoire verfügt. Neben dem Dirigat bei mehreren Konzertchören wirkt sie auch als Orchesterdirigentin.
Vivaldi im Ospedale Venedig
Im «Ospedale della Pietà» – ein Waisenhaus für Mädchen und gleichzeitig eine Musikschule – trat 1703 der 25-Jährige, nach zehn Jahren Ausbildung frisch zum Priester geweihte Antonio Vivaldi seinen Dienst als Kaplan und Maestro di Violino an. Von Geburt an unter Atembeschwerden leidend, gab er nach drei Jahren das Priesteramt auf und verlegte sich voll und ganz auf seine wahre Begabung: Indem er zahlreiche seiner Instrumental-Konzerte und Kirchenmusiken von den Mädchen und jungen Frauen der Pietà uraufführen liess, verhalf er dem Orchester zu einem geradezu legendären Ruf, der offenbar noch mehr als 20 Jahre nach Beendigung seiner dortigen Anstellung (1716) zahlreiche Italienreisende anlockte. Von Juli 1713 an wurde Vivaldi als Maestro de’ Concerti für die Produktion von Kirchenmusik in der Pietà beigezogen.
Vorzüglichste Musik
«Ich schwöre Ihnen, es gibt nichts so angenehmes als eine junge hübsche Nonne zu sehen, weiss gekleidet, mit einem Granatsträusschen über den Ohren, wie sie das Orchester leitet und mit aller Anmut den Takt schlägt und mit einer unvorstellbaren Genauigkeit. Ihre Stimmen sind wundervoll in der Führung und Leichtigkeit.» – So schwärmte 1739 ein französischer Musikkenner von seiner Reise nach Venedig.
«Die vorzüglichste Musik hier ist die der Ospedale. Es sind deren vier, alle von ausserehelichen Mädchen oder Waisen besetzt (…). Sie werden auf Staatskosten erzogen und man bildet sie einzig dazu aus, um sich in der Musik auszuzeichnen. Daher singen sie wie Engel und (…) es ist kein Instrument so gross, um ihnen Angst einzuflössen. (…) Sie allein führen Konzerte aus, jedes Mal in einer Besetzung von etwa 40 Mädchen. (…) Jenes der vier Ospedali, (…) wo es mir am besten gefällt, ist das der Pietà; es ist auch das erste wegen der Vollkommenheit des Orchesters.»
Gloria! und andere Werke
Aus dieser Zeit stammen, und für dieses Ensemble komponiert wurden auch die sakralen Chorwerke, die im aktuellen Marmottes-Programm zu hören sein werden: MAGNIFICAT (RV 610), CREDO (RV 591), LAUDATE DOMINUM OMNES GENTES (RV 606) sowie GLORIA (RV 589).
Im Italien des Barock wurden für den Gottesdienst, anders als nördlich der Alpen, nicht ganze Messen in sechs Teilen vom Kyrie bis zum Agnus Dei komponiert, sondern nur Kurzmessen, bestehend allein aus Kyrie, Gloria und allenfalls Credo, und zudem Vespermusiken, die meist Psalmen mit einem Magnificat verbanden.
Benjamin & Daniel Kradolfer
Konzerte
Samstag, 13. September, 19.30 Uhr
Thomaskirche Biberist-Gerlafingen
Sonntag, 14. September, 17.00 Uhr
Franziskanerkirche Solothurn
Vorverkauf: eventfrog.ch
Abendkasse: 60 Minuten vor Beginn
Türöffnung: 30 Minuten vor Beginn