Wie gerne sind Sie «mal weg»? Einfach so, unbeschwert, mit Weite und Klarheit!
Oft ist der Weg dorthin ein holpriger, denn mit den Sommerferien beginnt die jährliche, anstrengende Pack-Zeit: Koffer, Rucksäcke, Reisetaschen und verschiedene Sacoches werden mit Kleidung, Schuhen, Schlafsäcken, Ferngläsern, Büchern, Reiseführern, Landkarten, Lese- und Sonnenbrillen, Sackmessern, Wanderstöcken, Strandtüchern, Kameras und Ladekabeln befüllt, Züge, Schiffe und Flugzeuge, Velos, Autos und Wohnwägen tragen das Gepackte an Sehnsuchtsorte. Menschen packen «ihre sieben Sachen» und beladen Verkehrsmittel, um Abstand zu gewinnen und für ihren Alltag neue Energie sammeln zu können. Dabei gelingt es nicht immer, sowohl nichts zu vergessen als auch bewusst auf die Dinge zu verzichten, für die kein Platz mehr ist.
Was ist Ihre Strategie für’s Packen in den Sommerwochen? Haben Sie eine Packliste oder eine andere, bewährte Strategie, alles Nötige dabei zu haben? Gelingt es Ihnen, auch Neugier und eine Portion Leichtigkeit in ihre Sommerwochen zu packen und sich damit in die Zeit des wohltuenden Abstands zu verabschieden?
«Ich bin mal weg!» Wie gut, wenn wir diesen Satz freiwillig sagen können und in ihm der Duft von Unabhängigkeit mitschwingt. Nicht nur ein Symbol positiver Abhängigkeit, sondern auch ganz real ein Utensil, das Reisen begleitet, ist der Kofferschlüssel. Hat er auf der Reise (s)einen Stamm-Platz, an dem er immer wieder gefunden werden kann und uns Zugang schenkt zu unseren Reiseutensilien?
Ohne Schlüssel und auf der Flucht und Suche nach einem sicheren Ort, war Jakob, der Sohn Isaaks, «mal weg». Er macht einen Zwischenhalt und verbringt die Nacht mit einem Traum von einer Treppe, die Himmel und Erde verbindet, Segen fliesst. Als er erwacht, hört er Gottes Verheissung: «Und sieh, ich bin mit dir und behüte dich, wohin du auch gehst, und ich werde dich in dieses Land zurückbringen. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich getan, was ich dir gesagt habe (1. Mose 28,15). Mit der Verheissung von Gottes Begleitung im Gepäck kann Jakob getrost seinen Weg weitergehen. Gottes Segen konnte ihm zum Schlüssel werden, der ihn begleitete, Sicherheit und auch ein Stück Gelassenheit schenkte.
Egal, wo und mit welchen sonstigen Utensilien im Gepäck Sie in den Sommerwochen weg sind: Packen Sie zu Ihrem Kofferschlüssel auch Gottes Verheissung der Begleitung ein und seien Sie auf Ihren Wegen fröhlich unterwegs.
Im Auftrag der reformierten Bezirkssynode Solothurn:
Dorothea Neubert, Pfarrerin in Aetingen-Mühledorf
Gestaltung, Bossard-Grafik, Lohn-Ammannsegg
