Waldgang

Waldgang der Bürgergemeinde Luterbach vom 13. Juni 2026

Die Bürgergemeinde Luterbach lud zum Waldgang ein. Um 15.00 Uhr begrüsste Michael Marti, Verantwortlicher Forst, rund 120 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Bürgerinnen, Bürger und die Gäste teilten sich in drei Gruppen auf und erhielten von den Referenten Philip Spillmann, Geri Kaufmann und Matthias Neuhaus von «wildundwald» vertiefte Eindrücke rund um den Wald und seine Bewohner. Es ging um die heimische Tierwelt, das aktuelle Wildtiermanagement und die Waldentwicklung.

Am ersten Posten erläuterte Philip Spillmann die Rehkitzrettung im Revier Günsberg. Er zeigte auf, wie die Einsätze während der Mähsaison in den Monaten Mai und Juni ablaufen und wie viel Zeit, Engagement und Herzblut in diese Arbeit investiert wird. Eindrückliche Bilder aus der eigenen Rehkitzrettung veranschaulichten die Abläufe und machten deutlich, welchen wichtigen Beitrag die Helferinnen und Helfer zum Schutz der Jungtiere leisten. Ein weiteres Thema an diesem Posten waren die Wildschweine, deren Bestände in den vergangenen Jahren in unseren Wäldern deutlich zugenommen haben. Philip Spillmann erklärte die Ursachen dieser Entwicklung, unter anderem das mildere Klima sowie die guten Nahrungsbedingungen durch die intensive Landwirtschaft. Die Teilnehmenden erhielten dabei wertvolle Einblicke in die Lebensweise der Tiere und deren Auswirkungen auf Wald und Landwirtschaft.

An einem zweiten Posten erläuterte Geri Kaufmann die von Fachleuten erwarteten Veränderungen des Klimas und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Lebensraum Wald. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur der Wald selbst betroffen ist, sondern auch viele weitere Lebensbereiche. Extreme Wetterereignisse, schmelzende Gletscher und längere Hitzeperioden werden die Schweiz künftig stärker prägen. Der Wald wird zwar bestehen bleiben, sich jedoch in seiner Baumartenzusammensetzung deutlich verändern. So werden die heute prägenden Baumarten Fichte, Buche und Weisstanne im Mittelland bis Ende des Jahrhunderts weitgehend verschwinden, während Arten wie die Eiche profitieren. Zudem werden neue Baumarten wie Edelkastanie, Nussbaum und Douglasie vermehrt Einzug halten. In Zukunft wird der Schutz der jungen Bäume durch Beschattung noch wichtiger, da dadurch Wasserverlust reduziert, die Hitze gemildert und die Böden vor zu starker Austrocknung geschützt werden. Stufige Waldstrukturen mit hoher Artenvielfalt bieten dafür besonders gute Voraussetzungen, wodurch Förster und Waldarbeiter bei ihren waldbaulichen Entscheidungen künftig noch stärker gefordert sein werden.

Am dritten Posten vermittelte Matthias Neuhaus als Naturfotograf und Jäger den Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke in unsere heimische Raubkatze, den Luchs im Jura. Mit eindrücklichen Bildern und fundiertem Wissen brachte er den Teilnehmenden die Lebensweise, das Verhalten und die Rückkehr dieser faszinierenden Tierart näher. Ebenso wurde die Entwicklung im Kanton im Zusammenhang mit dem Wolf thematisiert und in einen grösseren ökologischen Kontext gestellt. Der Austausch bot eine ausgewogene Perspektive zwischen Naturbeobachtung, Fotografie und jagdlicher Praxis und stiess bei den Besucherinnen und Besuchern auf grosses Interesse.

Nach der Verschiebung ins Waldhaus eröffnete Urs Nussbaumer, Präsident der Bürgergemeinde, den zweiten Teil mit der Vorstellung von Karin Mühlemann, Bürgerschreiberin, und Matthias Schwaller, Finanzverwalter, sowie des Bürgerrats und der Ersatzmitglieder. An gleicher Stelle bedankte sich Patrick Bucher, Vizepräsident, beim Präsidenten für dessen unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Bürgergemeinde. Durch den Abend führte dann Vera Held, Bürgerrätin. Sie dankte allen Helferinnen und Helfern, welche die Durchführung des Waldgangs ermöglichten. Namentlich dem FC Luterbach, der Einwohnergemeinde, den Naturfreunden Luterbach, der Musikgesellschaft Luterbach und dem Team der Rollbar. Natürlich auch dem Natur- und Vogelschutzverein, welcher für das Essen verantwortlich zeichnete. Ohne diese helfenden Hände wäre es nicht möglich, diesen Anlass auf die Beine zu stellen. Für Unterhaltung war auch gesorgt – Zauberkünstler Jan Imhof verblüffte die Anwesenden bereits beim Apéro. Seine Bühnenshow in drei Worten: humorvoll, beeindruckend, faszinierend.

Geehrt wurden am Abend auch die älteste anwesende Bürgerin und der älteste anwesende Bürger in den Personen von Vroni Sury und Thomas Bader. Schön, konnten die beiden begrüsst werden.

Auch das Dessert durfte natürlich nicht fehlen und mit vielen Unterhaltungen klang der erneut sehr gelungene Anlass langsam aus.

André Sury, Luterbach
Bürgergemeinde Luterbach
Presseberichterstatter