Im Fokus 40/26

David Hutter | Verwalter Schang Hutter Nachlass

Als Sohn von Schang Hutter sind Sie in einer besonderen Rolle als dessen Nachlassverwalter und Ausstellungsmacher. Was bedeutet es für Sie, die Werke Ihres Vaters weiterhin der Öffentlichkeit zu präsentieren?

Ich sehe Schang Hutter nicht als meinen Vater. Ich sehe ihn als Vater seiner Figuren. Seine Figuren sehe ich als Früchte seiner Arbeit und seine Arbeit kann ich wertschätzen.

Schang Hutter gründete im Jahr 2017 die Schang Hutter AG und berief mich in den Verwaltungsrat, wo ich seit seinem Tod das einzige Mitglied und so für seinen Nachlass verantwortlich bin. Da gibt es zwei wichtige Aufgaben: gegen das Vergessen wirken und ausgewählte Werke erhalten. In einer Atelierausstellung im Mai 2025 konnte ich den Bildhauer als Zeichner zeigen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich gut als Beobachter aus nächster Nähe einbringen kann. Schang Hutters Schaffen in der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist die Erfüllung einer meiner Aufgaben.

Hat sich Ihr Blick auf die Werke von Schang Hutter im Verlauf Ihrer Tätigkeit als Nachlassverwalter verändert?

Ja. Durch die eingehende Betrachtung der liegenden Figur (sterbender KZ-Häftling) konnte ich eine bildhauerische Qualität erkennen, die ich vorher nicht sah: die würdevolle Darstellung eines entwürdigten Menschen.

Aktuell findet in der Alten Brennerei in Unterramsern noch bis zum 18. Oktober 2026 eine Ausstellung zu Schang Hutter statt. Wird das künstlerische Erbe von Schang Hutter heute anders wahrgenommen und beurteilt als zu seinen Lebzeiten?

Für die Beurteilung der Wahrnehmung des künstlerischen Erbes von Schang Huttter früher und heute fehlt mir der Sachverstand. Er wollte mit seinem Schaffen eine Aussage machen: «Mensch hör auf Kriege zu machen», so erlaube ich mir, die kurz zu fassen. Schang Hutters Aussage darf und muss heute weiterhin gemacht werden. Seit Schang Hutter nicht mehr unter uns ist, spreche ich eingehender über sein Schaffen. Dabei fällt mir auf, dass die künstlerische Qualität seiner Arbeiten hoch eingestuft wird und dass sie zeitlos sind und so immer aktuell bleiben werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Werke von Schang Hutter?

Dass sie gesehen werden können.

Zum Schluss: Hat eines der Werke von Schang Hutter für Sie persönlich eine besondere Bedeutung?

Ja. Eine in den 1980er-Jahren aus Tannenholzbrettern gefertigte und bemalte Figur. Sie trägt die Aufschrift: Ich bin eine Zeichnung.

Zur Person
David Hutter
Verwalter Schang Hutter Nachlass