Bernhard Christen | Direktor Solothurn Tourismus
Eine der Hauptaufgaben von Solothurn Tourismus ist die qualitative, massvolle Förderung sowie die touristische Vermarktung der Stadt und Region Solothurn. Wo setzen Sie – seit knapp zweieinhalb Jahren im Amt – die Schwerpunkte?
Solothurn verfügt über eine hohe nationale Bekanntheit. Man weiss, es gibt eine schöne Altstadt, eine Kathedrale, die Aare, die Filmtage etc. Effektiv besucht hat uns bisher aber nur eine Minderheit. Schön und bekannt zu sein, reicht offenbar nicht aus. Gäste wollen etwas erleben. Je einzigartiger, desto besser. Und da setzen wir den Hebel an. Wir kommunizieren aus der Sicht der Gäste über die grossen und kleinen Events und schaffen neue, besondere Erlebnisse wie zum Beispiel «Urban Golf in Solothurn».
Mit traditionsreichen Anlässen wie Fasnacht, Stadtfest, Weissenstein-Schwinget, den Literatur-, Bier- oder Barocktagen und noch vielem mehr erlangen Stadt und Region nationale Aufmerksamkeit. Ist Direktor von Solothurn Tourismus ein Traumjob?
Für mich ist es ein Traumjob. Aber nicht in erster Linie wegen der Anlässe, welche Solothurn ins nationale Rampenlicht rücken. Denn dies ist vor allem das Verdienst der jeweiligen Veranstalter, welche zum Teil seit Jahrzehnten mit grossem Engagement und viel Herzblut ihre Events durchführen. Was ich an meinem Job schätze, sind die Gestaltungsfreiheit und das Privileg, für meine Lieblingsstadt tätig sein zu dürfen.
Was unterscheidet die Stadt und Region Solothurn von anderen Tourismus-Regionen?
Das kompakte Zusammentreffen von historischer Altstadt, Aare und Weissenstein macht Solothurn einzigartig. Diese Kombination bietet Raum für vielfältige Kultur- und Freizeiterlebnisse und ist auch Bühne für unsere Events von nationaler Ausstrahlung.
Von Overtourism zum Glück weit entfernt, gibt es sicher andere Herausforderungen in der touristischen Entwicklung. Welche sind dies?
Es wird zwischendurch schon einmal eng bei uns. Zum Beispiel am Samstag auf dem Solothurner Märet. Allerdings sind es dort in erster Linie Einheimische, welche für volle Gassen sorgen. Tatsächlich ist es aber so, dass wir bezüglich Tagestouristen auf einem sehr hohen Niveau sind. Schätzungsweise sind es gegen 1 Million Besucher pro Jahr. Die Herausforderung ist nun, dass diese Gäste künftig nicht nur ein paar Stunden, sondern mindestens eine Nacht in Solothurn bleiben. Zu entdecken gäbe es genug.
Zum Schluss: Was mögen Sie persönlich besonders an der Region Solothurn?
Die Vielfalt der Angebote und dass es noch viel zu entdecken gibt. Für Touristen, Einheimische und selbst für den Tourismusdirektor.
Zur Person
Bernhard «Bänz» Christen,
Direktor Solothurn Tourismus