Gemeinderatssitzung Luterbach vom 7. September
An seiner Sitzung vom 7. September 2026 befasste sich der Gemeinderat Luterbach unter anderem mit zwei laufenden Planungsgeschäften sowie mit der Instandstellung eines historischen Kornspeichers.
Planungen nach Mitwirkung angepasst
Bei zwei laufenden Planungen befasste sich der Gemeinderat mit den Ergebnissen der öffentlichen Mitwirkung und den daraus resultierenden Anpassungen. Beim Tempo-30- und Parkraumkonzept gingen insgesamt 31 Beiträge ein, viele davon zu den vorgesehenen Parkfeldern und möglichen Behinderungen bei privaten Zu- und Wegfahrten. Gegenüber der ursprünglichen Planung werden rund 25 Parkfelder gestrichen, wobei nach Ansicht der Planungskommission weiterhin genügend Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Auch die Planung im «Bachacker West» rund um das LANDI-Projekt geht einen Schritt weiter. Nach der kantonalen Vorprüfung und der öffentlichen Mitwirkung waren verschiedene kleinere Anpassungen vorzunehmen. So wird zum Beispiel bei der Bepflanzung neu von «standortgerechten» statt von «einheimischen» Pflanzen gesprochen. Damit soll angesichts zunehmender Hitze und Trockenperioden eine klimaangepasste Bepflanzung ermöglicht werden, die gleichzeitig ökologisch hochwertig und biodivers bleibt. Der Gemeinderat stimmte den Anpassungen einstimmig zu. Damit kann das Verfahren für die öffentliche Auflage weitergeführt werden.
Ein Stück Luterbacher Geschichte
Der Kornspeicher an der Deitingenstrasse 7 war das ausführlichste Thema der Sitzung. Dieser stammt aus dem Jahr 1795 und steht seit 1940 unter Denkmalschutz. Nach über 230 Jahren haben Alter und Witterung deutliche Spuren am Gebäude hinterlassen. Der historische Speicher soll deshalb umfassend und denkmalgerecht instand gestellt werden.
Die heutige Eigentümerin Gabriela Kologo-Höhle erläuterte als Gast, dass sie den Speicher 2024 infolge Erbschaft übernommen habe und sich seither intensiv um dessen Erhalt bemühe. Gemeinsam mit der kantonalen Denkmalpflege und Fachleuten wurden die Arbeiten geplant und verschiedene Finanzierungsbeiträge gesichert. Für die verbleibende Finanzierungslücke beantragte sie bei der Gemeinde 20’000 Franken.
Hanspeter Zuber, ebenfalls als Gast anwesend, nahm den Gemeinderat mit auf eine ausführliche Reise durch die Luterbacher Dorfgeschichte und zeigte dabei die Bedeutung des Speichers für das frühere bäuerliche Dorfbild auf. Solche Bauten seien wichtige Zeugen des ursprünglichen Luterbachs, deren Erhalt die Geschichte und Entwicklung des Dorfes sichtbar halte. In der Diskussion wurde zudem daran erinnert, dass die Unterschutzstellung seinerzeit von der Gemeinde selbst angestrebt wurde und damit auch eine gewisse Verantwortung für den langfristigen Erhalt einhergehe.
Der Gemeinderat sprach sich schliesslich mit einer Enthaltung für den beantragten Beitrag von 20’000 Franken an die Instandstellung aus.
Patrick Fluri, Luterbach